Anlässlich des Digital Day 2019 Event, welches von der Handelskammer Bozen am 5. April 2019 organisiert wurde, hat Prof. Dominik Matt die vorläufigen Ergebnisse des Projekts A21Digital Tyrol Veneto vorgestellt.

Die Ergebnisse basieren auf einer systematischen Analyse der wissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Literatur zu zum Thema Digitalisierung und einer Befragung von 60  Experten und Vertretern verschiedener Interessengruppen in der Makro-Region Tirol-Südtirol-Venetien, die befragt wurden: (1) unter den wichtigsten Trends im Zusammenhang mit der Digitalisierung diejenigen zu identifizieren, die ein hohes Potenzial für die Makroregion haben und ein koordiniertes Vorgehen der verschiedenen Akteure erfordern; (2) eine Reihe von Maßnahmen vorzuschlagen, die darauf abzielen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und die zugrunde liegenden Risiken erfolgreich zu managen.

Als hochpotenzielle technologische Trends haben die Experten Big Data (erste Phase „Analytik“), Smart Factory und Predictive Maintenance, (zweite Phase „Advanced Systems“), und Artificial Intelligence (dritte Phase ) ausgewählt. Die Verbreitung der digitalen Technologien muss mit der Entwicklung einer Infrastruktur wirtschaftlicher, sozialer und organisatorischer Art einhergehen. Unter diesem Gesichtspunkt werden digitale Kompetenzen als der immaterielle Vermögenswert betrachtet. Dies erfordert jedoch Maßnahmen, sowohl auf der Ebene des Bildungssystems als auch auf der Ebene der betrieblichen Ausbildung.

Die von den Experten vorgeschlagenen Maßnahmen, wurden in drei thematischen Clustern und in einer Roadmap zusammengefasst.

Der erste Handlungspunkt welcher „Daten und Vernetzung“ genannt wird, beinhaltet den Ausbau der IKT-Infrastrukturen (Einführung des 5G-Netzes und Ausbau des Breitbands in Randgebieten), die Förderung des Datenaustausches zwischen den verschiedenen Akteuren des regionalen Systems und die Schaffung digital integrierter Lieferketten.

Der zweite Handlungspunkt „Bildung und Kompetenzen“ umfasst die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Unterstützung der Entwicklung der digitalen Fähigkeiten der Arbeitnehmer, die Einrichtung neuer, an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasster Ausbildungsprogramme und neuer Berufsbilder durch Digitalisierung sowie die Einrichtung von Diskussionsforen zur Sensibilisierung der Chancen und Risiken der Digitalisierung.

Der dritte Handlungspunkt ist auf die Schaffung einer „Smart Region“ ausgerichtet und beinhaltet einen Vergleich von Forschungsprojekten zum Thema Digitalisierung und den Aufbau von Netzwerken und Plattformen unter Beteiligung von Start-ups und etablierten Unternehmen, um neue Geschäftsmodelle erfolgreich umzusetzen und Ko-Kreationsprozesse stimulieren zu können.

Diese vorläufigen Ergebnisse werden zunächst validiert und weiter ausgearbeitet. In den nächsten 2-3 Monaten wird die Forschungsgruppe eine Reihe von thematischen Workshops unter Beteiligung von Experten und Interessengruppen durchführen.

Die endgültige Roadmap und der Abschlussbericht werden im November 2019 auf drei öffentlichen Veranstaltungen in Linz, Bozen und Vicenza vorgestellt.